Wahlergebnisse Übersicht

Landtagswahlen

Monarchie

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts trat die Sozialdemokratie in der Steiermark nicht zu Wahlen auf Landesebene an. Dies lag an den nicht vorhandenen Erfolgsaussichten. Ein unfaires Wahlrecht, das weder direkt, gleich oder geheim war, schloss den Großteil der Bevölkerung von der Stimmabgabe aus. So gewannen ausschließlich Deutschnationale, Klerikale oder Liberale Mandate. Um die Situation zu ändern, agitierten die Sozialdemokraten vor allem auf der Straße. Als ihre Stärke zunahm demonstrierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts regelmäßig Tausende Genossen für eine Wahlrechtsreform. Letztlich wurde der Druck so groß, dass es 1903 zu einer Reform der Landtagswahlordnung kam. Da diese vom Landtag beschlossen wurde, in dem zu diesem Zeitpunkt noch keine Sozialdemokraten saßen, war sie nur ein Kompromiss. Das neue Wahlrecht war noch weit von der Gleichberechtigung aller Wähler entfernt. Positiv war die Tatsache, dass nun alle Wähler ihre Stimme erstmals geheim abgeben durften. Allerdings blieb die Einteilung in Kurien, welche nach Einkommen gestaffelt waren, bestehen. Darüber hinaus gab es nur eine allgemeine Kurie, in der alle Männer unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten wahlberechtigt waren. Diese umfasste nur acht Wahlkreise. Die restlichen 63 Abgeordneten wurden weiterhin nur von einkommensstärkeren Personen gewählt oder direkt ernannt. Alle Personen die aufgrund ihres Vermögens in einer höheren Kurie wahlberechtigt waren, durften darüber hinaus ihre Stimme nochmals in der allgemeinen Kurie abgeben. Trotz aller Unzulänglichkeiten bot das neue Wahlrecht der Sozialdemokratie erstmals eine realistische Chance auf den Einzug in den Landtag. In der Folge werden die Ergebnisse jener Wahlkreise aufgelistet, in denen die Sozialdemokratische Partei antrat. Anders als heute üblich herrschte kein proportionales Wahlrecht. In jedem Wahlkreis traten die Kandidaten der Parteien direkt gegeneinander an. Sollte im ersten Wahlgang keiner die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten, kam es zu einer Stichwahl. Drei der acht Wahlkreise lagen entweder vollständig oder zu großen Teilen im Gebiet des heutigen Slowenien.


Wahlen 1904

Wahlkreis Graz
1. Wahlgang:
Hans Resel (Sozialdemokratie) 60,2 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung) 20,1 Prozent
Jenko (Deutschantionale) 19,7 Prozent
Wahlkreis Graz-Umgebung
1. Wahlgang:
Franz Huber (Christlichsoziale Vereinigung) 51 Prozent
Josef Pongratz (Sozialdemokratie) 31,7 Prozent
Regula (Bauernbündler) 17,3 Prozent
Obersteirischer Städtewahlkreis
1. Wahlgang:
Michael Schoiswohl (Christlichsoziale Vereinigung) 61,6 Prozent
Vinzenz Muchitsch (Sozialdemokratie) 29,3 Prozent
Pierer (Bauernbündler) 5,8 Prozent
Schäffer (Deutscher Nationalverband) 3,3 Prozent
Wahlkreis Leoben
1. Wahlgang:
Michael Schacherl (Sozialdemokratie) 43 Prozent
Riegler (Christlichsoziale Vereinigung) 31,6 Prozent
Neuper (Bauernbündler) 25,4 Prozent
2. Wahlgang:
Michael Schacherl (Sozialdemokratie) 50,3 Prozent
Riegler (Christlichsoziale Vereinigung) 49,7 Prozent
Wahlkreis Feldbach
1. Wahlgang:
Stocker (Christlichsoziale Vereinigung) 79,9 Prozent
Huber (Bauernbund) 10,3 Prozent
Johann Steinbauer (Sozialdemokratie) 5,9 Prozent
Girstmayr (Deutscher Nationalverband) 3,9 Prozent
Wahlkreis Marburg-Radkersburg
1. Wahlgang:
Stiger (Christlichsoziale Vereinigung) 34,8 Prozent
Lopic (Klerikale) 26,6 Prozent
Thaller (Slowenisch-Klerikale) 20,8 Prozentt
Julius Hilari (Sozialdemokratie) 17,2 Prozent
Wahlkreis Cilli
1. Wahlgang:
Ros (Slowenisch-Klerikale) 82,4 Prozent
Johann Mlaker (Sozialdemokratie) 17,6 Prozent
Gesamtergebnis basierend auf dem ersten Wahlgang:
Christlichsoziale Vereinigung (inklusive Slowenisch-Klerikale) 45,7 Prozent
Sozialdemokratie 31,4 Prozent
Deutschnationale 13,1 Prozent
Bauernbündler 9,8 Prozent

Wahlen 1909

Schon ab dem Jahr 1907 begann die Sozialdemokratie mit ihrer Agitation für ein faireres Wahlrecht auf Landtagsebene. Auf paarlamentarischem Wege und durch Massenversammlungen erhielt die Bewegung den Druck konstant aufrecht. Letztlich wurde so wie schon vor der Wahl 1904 eine Reform erzwungen. Diese bedeute erneut einen kleinen Schritt in Richtung Gleichberechtigung. So wurde die allgemeine Kurie, in der alle, unabhängig von ihrem Einkommen wahlberechtigt waren auf zehn Sitze erweitert. Außerdem durften die Wähler der privilegierteren Kurien ihre Stimme nun nicht mehr doppelt abgeben. Dies verringerte auch die Zahl der Wahlberechtigten. Letztendlich wurde die allgemeine Wählerklasse daher nun zu einem realistischeren Abbild des Willens der Geringverdiener. Im Gegenzug kam es jedoch zu einer Erhöhung der Gesamtzahl an Mandaten auf 87. Dies führte dazu, dass auch die privilegierten Kurien zusätzliche Sitze erhielten. Problematisch war auch die Einteilung der allgemeinen Kurie in vier städtische und sechs ländliche Wahlkreise. Obwohl sich letztendlich am gesamten Kräftegleichgewicht unmöglich viel ändern konnte, ermöglichte die Reform den Sozialdemokraten Chancen auf Mandatsgewinne. Natürlich konzentrierten sie ihre Ressourcen auf die zehn Sitze der allgemeinen Kurie. In den privilegierteren Wählerklassen wurden lediglich Zählkandidaten aufgestellt. Da es zu keiner Einführung des Verhältniswahlrechts kam, traten die Kandidaten der verschiedenen Parteien wieder direkt gegeneinander an. In der Folge werden erneut nur jene Wahlkreise aufgelistet in denen Sozialdemokraten ernsthaft um Mandate bemüht waren.

Wahlkreis Graz
1. Wahlgang:
Hans Resel (Sozialdemokratie) 70,1 Prozent
Fürpaß (Christlichsoziale Vereinigung) 17,4 Prozent
Gottwald (Deutscher Nationalverband) 12,5 Prozent
Mittelsteirischer Städtwahlkreis
1. Wahlgang:
Josef Jodlbauer (Sozialdemokratie) 57,6 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung) 26,2 Prozent
Stranzl (Deutscher Nationalverband) 16,2 Prozent
Obersteirischer Städtewahlkreis
1. Wahlgang:
Michael Schacherl (Sozialdemokratie) 70 Prozent
Ferk (Klerikale) 15,4 Prozent
Geißler (Deutscher Nationalverband) 14,6 Prozent
Untersteirischer Städtewahlkreis
1. Wahlgang:
Franz Kral (Deutscher Nationalverband) 40,5 Prozent
Albert Horvatek (Sozialdemokratie) 38,4 Prozent
Reblef (Slowenisch-Liberale) 21,1 Prozent
2. Wahlgang:
Albert Horvatek (Sozialdemokratie) 54,5 Prozent
Kral (Deutscher Nationalverband) 45,5 Prozent
Wahlkreis 5 (ländlich)
1. Wahlgang:
Kanzler (Christlichsoziale Vereinigung) 54,3 Prozent
Anton Regner (Sozialdemokratie) 30,8 Prozent
Kapper (Bauernbündler) 14,9 Prozent
Wahlkreis 6 (ländlich)
1. Wahlgang:
Julius Hilari (Sozialdemokratie) 64,3 Prozent
Musenbichler (Christlichsoziale Vereinigung) 21,1 Prozent
Liebminger (Bauernbündler) 14,6 Prozent
Wahlkreis 7 (ländlich)
1. Wahlgang:
Gölles (Christlichsoziale Vereinigung) 62,6 Prozent
Ludwig Pöltl (Sozialdemokratie) 24,6 Prozent
Hohl (Deutschnationale Bauernbündler) 12,8 Prozent
Wahlkreis Oststeiermark (ländlich)
1. Wahlgang:
Stocker (Christlichsoziale Vereinigung) 87,8 Prozent
(Deutschnationale Bauernbündler) 8 Prozent
Anton Weixelberger (Sozialdemokratie) 4,2 Prozent
Gesamtergebnis in den deutschsprachigen Kreisen basierend auf dem ersten Wahlgang:
Sozialdemokratie 45,6 Prozent
Klerikale 42,4 Prozent
Deutschnationale 7,8 Prozent
Bauernbündler 4,2 Prozent

Demokratischen Union ein. Beide Parteien traten gemeinsam unter der Bezeichnung Volksopposition an.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 40,7 Prozent 21 Mandate
Sozialistische Partei 41,1 Prozent 20 Mandate
Wahlpartei der Unabhängigen 13,6 Prozent 6 Mandate
Volksopposition / KPÖ 4,5 Prozent 1 Mandat
Christlich-Soziale Partei 0,2 Prozent

Wahlen 1919

Ab August 1914 erschütterte der Erste Weltkrieg fast ganz Europa. Nach vier Jahren endete die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts mit der vollständigen Niederlage der Mittelmächte, zu denen auch Österreich-Ungarn gehörte. Während der Kriegsjahre hatten die Spannungen zwischen den einzelnen Nationen des Vielvölkerstaates immer weiter zugenommen. Ende 1918 kam es schließlich zu revolutionären Umwälzungen, die letztendlich den Zusammenbruch der alten Ordnung zur Folge hatten. Auf dem Gebiet der Donaumonarchie entstanden zahlreiche neue Staaten. Das Ende des Vielvölkerstaates und damit verbunden auch jenes der Monarchie hatte zunächst auch eine umfassende Demokratisierung zur Folge. In Österreich wurde 1918 mit der Einführung des allgemeinen, gleichen, freien und geheimen Wahlrechts für Männer und Frauen eine jahrzehntelange Forderung der Sozialdemokratie umgesetzt. Zusätzlich dazu erfolgte die Verteilung der Mandate nach einem anderen System als 1911. Die Einführung des Verhältniswahlrechts minimierte dabei die bis dahin gegebene Verzerrung des Wählerwillens. Ab 1919 erfolgte die Mandatsverteilung nach dem D’Hondtschen System. Dieses wird mit kleinen Änderungen auch noch heute angewandt. 1919 wurden insgesamt 70 Mandate vergeben. Die Einführung des proportionalen freien, geheimen, allgemeinen und gleichen Wahlrechts ermöglichte der Sozialdemokratie erstmals die Entsendung einer größeren Anzahl von Mandataren in den Landtag. Deren Anteil an den Gesamtsitzen entsprach nun auch der wahren Stärke der Partei.

Wahlergebnis
Christlichsoziale Partei 46,4 Prozent 35 Mandate
Sozialdemokratische Arbeiterpartei 34,3 Prozent 24 Mandate
Steirische Bauernpartei 12,7 Prozent 9 Mandate
Deutschdemokratische Partei 3,4 Prozent 2 Mandate
Sonstige 3 Prozent

Wahlen 1923

Vor der Wahl ging die KPÖ ein Bündnis mit der Demokratischen Union ein. Beide Parteien traten gemeinsam unter der Bezeichnung Volksopposition an.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 40,7 Prozent 21 Mandate
Sozialistische Partei 41,1 Prozent 20 Mandate
Wahlpartei der Unabhängigen 13,6 Prozent 6 Mandate
Volksopposition / KPÖ 4,5 Prozent 1 Mandat
Christlich-Soziale Partei 0,2 Prozent

Wahlen 1927

Im Vorfeld der Wahl kam es zu einer Verkleinerung des Landtages auf 56 Mandate.

Wahlergebnis
Einheitsliste 40,7 Prozent 24 Mandate
Sozialdemokratische Arbeiterpartei 37 Prozent 21 Mandate
Landbund 16,1 Prozent 9 Mandate
Wirtschaftsverein für Österreich 4,7 Prozent 2 Mandate
Völkischsozialer Block 1,1 Prozent
Kommunistische Partei 0,4 Prozent
Einheitsliste = Christlichsoziale, Großdeutsche Volkspartei und Nationalsozialistische Schulz-Bewegung

Wahlen 1930

Im Vorfeld der Wahl kam es zu einer Verkleinerung des Landtages auf 48 Mandate.

Wahlergebnis
Sozialdemokratische Arbeiterpartei 34,8 Prozent 17 Mandate
Christlichsoziale Partei 32,4 Prozent 17 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 17,5 Prozent 8 Mandate
Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund 16,5 Prozent 8 Mandate
Heimatblock 12,8 Prozent 6 Mandate
NSDAP 3,5 Prozent

Wahlen 1945

Bei der ersten Landtagswahl nach dem Zweiten Weltkrieg waren ehemalige Nationalsozialisten nicht stimmberechtigt. Außerdem trat das dritte Lager nicht zur Wahl an.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 53 Prozent 26 Mandate
Sozialistische Partei 41,6 Prozent 20 Mandate
Kommunistische Partei 5,4 Prozent 2 Mandat

Wahlen 1949

Infolge des Amnestiegesetzes für ehemalige Nationalsozialisten kam es zur Gründung des Verbandes der Unabhängigen. Dieser trat 1949 als Wahlpartei der Unabhängigen erstmals bei Wahlen an. 1956 ging die Bewegung schließlich in der FPÖ auf.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 42,9 Prozent 22 Mandate
Sozialistische Partei 37,4 Prozent 18 Mandate
Wahlpartei der Unabhängigen 14,5 Prozent 7 Mandate
Kommunistische Partei 4,5 Prozent 1 Mandat
Demokratische Union 0,6 Prozentt
Vierte Partei 0,1 Prozent

Wahlen 1953

Vor der Wahl ging die KPÖ ein Bündnis mit der Demokratischen Union ein. Beide Parteien traten gemeinsam unter der Bezeichnung Volksopposition an.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 40,7 Prozent 21 Mandate
Sozialistische Partei 41,1 Prozent 20 Mandate
Wahlpartei der Unabhängigen 13,6 Prozent 6 Mandate
Volksopposition / KPÖ 4,5 Prozent 1 Mandat
Christlich-Soziale Partei 0,2 Prozent

Wahlen 1957

Das dritte Lager trat in diesem Jahr erstmals unter der Bezeichnung Freiheitliche Partei Österreichs bei einer steirischen Landtagswahl an.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 46,4 Prozent 24 Mandate
Sozialistische Partei 43,6 Prozent 21 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 6,8 Prozent 3 Mandate
Kommunistische Partei Österreichs 2,6 Prozent
Freie Steirische Wahlgemeinschaft der Parteilosen 0,4 Prozent
Ergokratische Partei Österreichs 0,2 Prozent

Wahlen 1961

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 47,1 Prozent 24 Mandate
Sozialistische Partei 41,7 Prozent 20 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 7,2 Prozent 3 Mandate
Kommunisten und Linkssozialisten 3,8 Prozent 1 Mandate
Wahlpartei der Unabhängigen 0,1 Prozent
Ergo 0,1 Prozent

Wahlen 1965

Im Vorfeld der Wahl erfolgte eine Vergrößerung des Landtages auf insgesamt 56 Sitze.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 48,4 Prozent 29 Mandate
Sozialistische Partei 42,2 Prozent 24 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 5,8 Prozent 2 Mandate
Kommunisten und Linkssozialisten 3,2 Prozent 1 Mandate
Liberale Partei Österreichs 0,3 Prozent
Unabhängige Steirische Heimatliste 0,1 Prozent

Wahlen 1970

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 48,6 Prozent 28 Mandate
Sozialistische Partei 44,7 Prozent 26 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 5,2 Prozent 2 Mandate
Kommunisten und Linkssozialisten 1,4 Prozent
Nationaldemokratische Partei 0,1 Prozent

Wahlen 1975

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 53,2 Prozent 31 Mandate
Sozialistische Partei 41,2 Prozent 23 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 4,2 Prozent 2 Mandate
Kommunistische Partei Österreichs 1,4 Prozent

Wahlen 1978

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 52 Prozent 30 Mandate
Sozialistische Partei 40,3 Prozent 23 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 6,4 Prozent 3 Mandate
Kommunistische Partei Österreichs 1,3 Prozent

Wahlen 1981

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 50,9 Prozent 30 Mandate
Sozialistische Partei 42,7 Prozent 24 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 5,1 Prozent 2 Mandate
Kommunistische Partei Österreichs 1,3 Prozent

Wahlen 1986

Bei dieser Wahl trat die neu entstandene grüne Bewegung erstmals an. Interne Spannungen führten dazu, dass insgesamt vier mehr oder weniger von der ökologischen Ideologie beeinflusste Parteien um Stimmen warben.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 51,8 Prozent 30 Mandate
Sozialistische Partei 37,6 Prozent 22 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 4,6 Prozent 2 Mandate
Grün-Alternative Liste Steiermark 3,7 Prozent 2 Mandate
Kommunistische Partei Österreichs 1,2 Prozent
Die Grünen Österreichs 0,6 Prozent
Grüne – Steirische Liste 0,2 Prozent
Liste Grünes Öl – Kernöl 0,2 Prozent
Gesunde Heimat 0,1 Prozent

Wahlen 1991

Im Juni des Wahljahres hatte sich die Sozialistische Partei in Sozialdemokratische Partei umbenannt. Bei den steirsichen Landtagswahlen trat die Bewegung erstmals unter dem neuen Namen an.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 44,2 Prozent 26 Mandate
Sozialdemokratische Partei 35 Prozent 21 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 15,4 Prozent 9 Mandate
Die Grüne Alternative – Grüne im Parlament 2,9 Prozent
Kommunistische Partei Österreichs 0,6 Prozent
Liste Grünes Öl – Kernöl 0,2 Prozent
Aktive Heimat – Sozialisten 0,1 Prozent

Wahlen 1995

Aufgrund des Rechtsrucks unter Jörg Haider spaltete sich 1993 das Liberale Forum von der FPÖ ab. 1995 trat die neue Partei erstmals bei einer steirischen Landtagswahl an. Nach Überwindung interner Querelen kandidierte nur noch eine grüne Liste.

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 36,3 Prozent 21 Mandate
Sozialdemokratische Partei 35,9 Prozent 21 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 15,2 Prozent 10 Mandate
Die Grünen – Die grüne Alternative 4,3 Prozent 2 Mandate
Liberales Forum – Heide Schmidt 3,8 Prozent
Bürgerinitiative WIR für Steiermark – NEIN zur EU 1 Prozent
Österreichische Autofahrer- und Bürgerinteressen Partei 0,9 Prozent
Kommunistische Partei Österreichs 0,6 Prozent

Wahlen 2000

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 47,3 Prozent 27 Mandate
Sozialdemokratische Partei 32,3 Prozent 19 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 12,4 Prozent 7 Mandate
Die Grünen – Die grüne Alternative 5,6 Prozent 3 Mandate
Liberales Forum – Heide Schmidt 1,1 Prozent
Kommunistische Partei Österreichs 1 Prozent
Österreichische Naturgesetz Partei – Steiermark 0,2 Prozent

Wahlen 2005

Als Folge der Spaltung des dritten Lagers trat zusätzlich zur FPÖ auch das Bündnis Zukunft Österreich an. Daneben kandidierte der ehemalige ÖVP-Landesrat Gerhard Hirschmann mit einer eigenen Liste.

Wahlergebnis
Sozialdemokratische Partei 41,7 Prozent 25 Mandate
Österreichische Volkspartei 38,7 Prozent 24 Mandate
Kommunistische Partei 6,3 Prozent 4 Mandate
Die Grünen 4,7 Prozent 3 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 4,6 Prozent
Liste Hirschmann 2,1 Prozent
Bündnis Zukunft Österreich 1,7 Prozent
Liste „parteifrei“ 0,3 Prozent

Wahlen 2010

Wahlergebnis
Sozialdemokratische Partei 38,3 Prozent 25 Mandate
Österreichische Volkspartei 37,2 Prozent 24 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 10,7 Prozent 6 Mandate
Die Grünen – Die Grüne Alternative 5,5 Prozent 3 Mandate
Kommunistische Partei 4,4 Prozent 2 Mandate
Bündnis Zukunft Österreich 3 Prozent
Christliche Partei Österreichs 0,7 Prozent
Partei für Umwelt, Mensch und Arbeit 0,2 Prozent

Wahlen 2015

Im Vorfeld der Wahl kam es zu einer Verkleinerung des Landtages auf 48 Sitze. Erstmals bei einer steirischen Landtagswahl traten die liberalen NEOS und das Team Stronach an. Die Piratenpartei kandidierte lediglich im Wahlkreis Graz und Umgebung.

Wahlergebnis
Sozialdemokratische Partei 29,3 Prozent 15 Mandate
Österreichische Volkspartei 28,5 Prozent 14 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 26,8 Prozent 14 Mandate
Die Grünen – Die Grüne Alternative 6,7 Prozent 3 Mandate
Kommunistische Partei 4,2 Prozent 2 Mandate
NEOS 2,6 Prozent
Team Stronach 1,7 Prozent
Piratenpartei 0,2 Prozent

Wahlen 2019

Wahlergebnis
Österreichische Volkspartei 36,1 Prozent 18 Mandate
Sozialdemokratische Partei 23 Prozent 12 Mandate
Freiheitliche Partei Österreichs 17,5 Prozent 8 Mandate
Die Grünen – Die Grüne Alternative 12,1 Prozent 6 Mandate
Kommunistische Partei 6 Prozent 2 Mandate
NEOS 5,4 Prozent 2 Mandate

Nationale Wahlen

Monarchie

Von den ersten Wahlen die in der österreichischen Hälfte des Habsburgerreichs stattfanden, waren die meisten Bürger ausgeschlossen. Dafür war ein System verantwortlich, welches das Wahlrecht nur jenen gewährte, die eine gewissen Steuerleistung erbrachten. Diese Personen konnten ihre Stimmen gestaffelt nach Einkommen in vier Kurien abgeben. Innerhalb dieser Kurien gab es wiederum Unterschiede. So kam auf 63 Großgrundbesitzer, 27 Mitglieder der Handelskammer, 10.918 wohlhabende Bürger und 2.952 Bauern jeweils ein Abgeordneter. In der Steiermark trat die Sozialdemokratie erstmals 1891 zu Reichsratswahlen an. Sie war jedoch aufgrund des Wahlsystems, welches ihre meist ärmere Anhängerschaft ausschloss, absolut chancenlos. Es gelang der Partei jedoch über Massendemonstrationen viel Druck auf die Regierung auszuüben. Letztlich wurde daher 1896 eine Wahlrechtsreform beschlossen, welche die Einrichtung einer fünften Kurie vorsah. In dieser waren alle Männer über 24 Jahren, unabhängig von ihrem Einkommen, wahlberechtigt. Von den insgesamt 425 Mandaten im Reichsrat entfielen jedoch nur 72 auf diese Kurie. Obwohl das neue Wahlrecht Schritt in die richtige Richtung war, blieb die Benachteiligung der ärmeren Bevölkerungsschicht erheblich. Die Stimme eines Großgrundbesitzers hatte 1.192-mal mehr Einfluss als jene eines Geringverdieners. Außerdem fand die Wahl oftmals nicht geheim und direkt statt. In vielen steirischen Wahlkreisen mussten je 500 Wähler öffentlich einen Wahlmann bestimmen. Dieses System benachteiligte die Sozialdemokratie, da viele ihrer Sympathisanten bei einem öffentlichen Bekenntnis zur Partei, Repressionen vonseiten ihrer Arbeitgeber fürchten mussten. Die Steiermark wurde im Vorfeld der Wahl in vier Wahlkreise unterteilt. Direkt und geheim erfolgte die Stimmabgabe jedoch lediglich in Graz und Umgebung. Dennoch traten sozialdemokratische Kandidaten in allen vier Wahlkreisen an. Realistische Chancen auf die Erringung eines Mandats bestanden jedoch nur in der steirischen Landeshauptstadt. Anders als heute traten die Kandidaten in den einzelnen Wahlkreisen direkt gegeneinander an. Als gewählt galt jene Person, welche die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte. Sollte dies nach dem ersten Urnengang nicht der Fall sein, wurde ein zweiter Wahlgang angesetzt.


Wahlen 1897

Wahlkreis Graz, Innere Stadt und Vorstädte
1. Wahlgang
Hans Resel (Sozialdemokratie)42 Prozent
Gutjahr (Klerikale)37 Prozent
Dengg (Deutscher Nationalverband)21 Prozent
2. Wahlgang
Hans Resel (Sozialdemokratie)53,5 Prozent
Gutjahr (Klerikale)46,5 Prozent
Wahlkreis Bruck, Mariazell, Leoben
1. Wahlgang
Michael Schoiswohl (Klerikale)69,1 Prozent
Josef Pongratz (Sozialdemokratie)30,9 Prozent
Wahlkreis Feldbach, Radkersburg, Leibnitz
1. Wahlgang
Josef Kurz (Klerikale)61,4 Prozent
Franz Girstmayer (Deutscher Nationalverband)22,6 Prozent
Florian Drößler (Sozialdemokratie)16 Prozent
Wahlkreis Cilli, Gornobitz, Windischgratz
1. Wahlgang
Josef Zickar (Slowenisch-Klerikale)77,7 Prozent
Ropas (Sozialdemokratie)15,7 Prozent
Hribar (Slowenisch-Liberale)6,6 Prozent

Wahlen 1901

Wahlkreis Graz, Innere Stadt und Vorstädte
1. Wahlgang
Otto Wilhelm (Klerikale)50,8 Prozent
Hans Resel (Sozialdemokratie)49,2 Prozent
Wahlkreis Bruck, Mariazell, Leoben
1. Wahlgang
Michael Schoiswohl (Klerikale)51 Prozent
Rudolf Bichl (Sozialdemokratie)49 Prozent
Wahlkreis Feldbach, Radkersburg, Leibnitz
1. Wahlgang
Franz Morsey (Klerikale)62,1 Prozent
Holzer (Bauernbündler)26 Prozent
Florian Drößler (Sozialdemokratie)11,9 Prozent
Wahlkreis Cilli, Gonobitz, Windischgratz
1. Wahlgang
Josip Zickar (Slowenisch-Klerikale)62,2 Prozent
(Slowenisch-Liberale)22 Prozent
Michael Kobal (Sozialdemokratie)8,5 Prozent
(Bauernbündler)7,3 Prozent

Wahlen 1905

Beim Urnengang des Jahres 1905 handelte es sich um eine Nachwahl. Diese war nach dem Tod eines obersteirischen deutschnationalen Abgeordneten nötig geworden. Als Folge der Reform des Landtagswahlrechts wurde nun auch auf Reichsratsebene in der Landgemeindenkurie geheim und direkt abgestimmt. Daher trat die Sozialdemokratie anders als 1897 und 1904 an. Obwohl es sich um einen Wahlkreis der vierten Kurie handelte, in dem nicht alle Personen stimmberechtigt waren, rechnete sich die Partei Chancen aus. Dies lag daran, dass aufgrund von Lohnerhöhungen viel mehr Arbeiter als in den Jahren zuvor wahlberechtigt waren. Außerdem lagen unter anderem die bereits stark industrialisierten Landgemeinden Donawitz, Kapfenberg und Hieflau im Wahlkreis.

Wahlkreis Bruck an der Mur, Leoben (Landgemeinden)
1. Wahlgang
Alois Schweiger (Klerikale)40,6 Prozent
Hans Resel (Sozialdemokratie)35,5 Prozent
Rokitansky (Bauernbündler)23,9 Prozent
2. Wahlgang
Hans Resel (Sozialdemokratie)53,8 Prozent
Alois Schweiger (Klerikale)46,2 Prozent

Wahlen 1907

Auf ihrem Parteitag im Jahr 1905 beschloss die Sozialdemokratie sich in den kommenden Jahren hauptsächlich auf die Erringung des allgemeinen, gleichen, freien und geheimen Wahlrechts zu konzentrieren. In der Folge agitierte sie in den Parlamenten und auf der Straße stärker als je zuvor für dieses Ziel. Bereits Ende 1905 kam es zu Massenstreiks und Großversammlungen. Alleine in Graz demonstrierten fast 30.000 Personen für eine Wahlrechtsreform. Die Drohung mit einem Generalstreik brachte das Parlament schließlich 1906 zum Einlenken. Bei der Wahl am 14. Mai 1907 waren nun erstmals alle Männer unabhängig von ihrem Einkommen gleichermaßen stimmberechtigt. Das proportionale Wahlrecht, welches die Sozialdemokraten vehement forderten wurde jedoch wieder nicht eingeführt. Stattdessen traten in den nun 30 steirischen Wahlkreisen die Kandidaten der einzelnen Parteien direkt gegeneinander an. Ein Nachteil für die Sozialdemokratie war dabei die Einteilung in städtische und ländliche Kreise. In der Regel waren in ländlichen Gebieten, wo die Sozialdemokraten schwächer waren, weniger Stimmen für den Gewinn eines Mandates notwendig. Daher kam es zu einer Verzerrung des gesamten Ergebnisses. Wie in den Jahren davor musste eine absolute Mehrheit errungen werden. Geschah dies im ersten Wahlgang nicht, folgte eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten Personen. Eine Besonderheit bestand darin, dass ein Kandidat in mehreren Wahlkreisen antreten durfte. Sollte er in öfters gewinnen musste er sich für ein Mandat entscheiden. Im anderen Wahlkreis war in diesem Falle ein erneuter Urnengang vorgesehen. Die Sozialdemokratie schickte Hans Resel, Julius Hilari und Michael Schacherl jeweils zweimal ins Rennen.

Wahlkreis 1 Graz (Innere Stadt)
1. Wahlgang
Paul Hofmann von Wellenhof (Deutscher Nationalverband)42,8 Prozent
Robert Orel (Christlichsoziale Vereinigung)29,3 Prozent
Michael Schacherl (Sozialdemokratie)27,9 Prozent
2. Wahlgang
Paul Hofmann von Wellenhof (Deutscher Nationalverband)65,6 Prozent
Robert Orel (Christlicsoziale Vereinigung)34,4 Prozent
Wahlkreis 2 Graz 2 (St. Leonhard, Geidorf und Waltendorf)
1. Wahlgang
Julius von Derschatta (Deutscher Nationalverband)46,4 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)28,2 Prozent
Julius Hilari (Sozialdemokratie)25,4 Prozent
2. Wahlgang
Julius von Derschatta (Deutscher Nationalverband)69,3 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)30,7 Prozent
Wahlkreis 3 Graz 3 (Gries und Jakomini)
1. Wahlgang
Josef Pongratz (Sozialdemokratie)55,7 Prozent
Josef Hackl (Deutscher Nationalverband)24,9 Prozent
Konrad Hopferwieser (Christlich-Soziale)19,4 Prozent
Erste Wahl im Wahlkreis 4 Graz (Lend und westliche Vororte)
1. Wahlgang
Hans Resel (Sozialdemokratie)66,7 Prozent
Alfred Gürtler (Deutscher Nationalverband)16,7 Prozent
Konrad Hopferwieser (Christlichsoziale Vereinigung)16,6 Prozent

Da Hans Resel das Mandat nicht annahm, kam es zu einer Wahlwiederholung.

Zweite Wahl im Wahlkreis 4 Graz (Lend und westliche Vororte)
1. Wahlgang
Karl Höger (Sozialdemokratie)82,5 Prozent
Gürtler (Deutscher Nationalverband)17,5 Prozent
Wahlkreis 5 Bruck an der Mur (städtisch)
1. Wahlgang
Alois Ausobsky (Sozialdemokratie)54,6 Prozent
Fürst (Deutscher Nationalverband)30,7 Prozent
Leopold Kunschak (Christlichsoziale Vereinigung)14,7 Prozent
Wahlkreis 6 Obersteiermark 1 (Eisenerz, Donawitz, Fohnsdorf)
1. Wahlgang
Vinzenz Muchitsch (Sozialdemokratie)80,8 Prozent
Leopold Bleimauer (Christlichsoziale Vereinigung)15,7 Prozent
Josef Langer (Deutscher Nationalverband)3,5 Prozent
Wahlkreis 7 Murau (städtisch)
1. Wahlgang
Ludwig Tuller (Sozialdemokratie)41,2 Prozent
Funder (Christlich-Soziale)33,5 Prozent
Pfeifer (Deutscher Nationalverband)25,3 Prozent
2. Wahlgang
Ludwig Tuller (Sozialdemokratie)61,1 Prozent
Funder (Christlich-Soziale)38,9 Prozent
Wahlkreis 8 Feldbach (städtisch)
1. Wahlgang
August Einspinner (Deutscher Nationalverband)41 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)35,1 Prozent
Hans Steinbauer (Sozialdemokratie)23,9 Prozent
2. Wahlgang
August Einspinner (Deutscher Nationalverband)62,6 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)37,4 Prozent
Wahlkreis 9 Marburg 1
1. Wahlgang
Hans Resel (Sozialdemokratie)50,3 Prozent
Heinrich Wastian (Deutsch-Radikale)43,8 Prozen
Felix Ladenbacher (Christlichsoziale Vereinigung)4,5 Prozent
Karl Trattnik (Slowenisch-Klerikale)1,4 Prozent
Wahlkreis 10 Leibnitz (städtisch)
1. Wahlgang
Vinzenz Malik (Alldeutsche Gruppe)40,9 Prozent
Michael Kremser (Christlichsoziale Vereinigung)35,1 Prozent
Josef Jodlbauer (Sozialdemokratie)24 Prozent
2. Wahlgang
Vinzenz Malik (Alldeutsche Gruppe)57,2 Prozent
Michael Kremser (Christlichsoziale Vereinigung)42,8 Prozent
Wahlkreis 11 Cilli (städtisch)
1. Wahlgang
Richard Marckhl (Deutscher Nationalverband)57,1 Prozent
Rebek (Slowenisch-Liberale)25,1 Prozent
Karl Sonnleitner (Sozialdemokratie)17,8 Prozent
Wahlkreis 12 Mürzzuschlag (ländlich)
1. Wahlgang
Michael Schoiswohl (Christlichsoziale Vereinigung)60,9 Prozent
Johann Hammerstorfer (Sozialdemokratie)26,6 Prozent
Josef Hainzl (Bauernbündler)12,5 Prozent
Wahlkreis 13 Bruck an der Mur (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Prisching (Christlichsoziale Vereinigung)49,7 Prozent
Julius Hilari (Sozialdemokratie)28,7 Prozent
Zank (Deutsche Agrarier)21,6 Prozent
2. Wahlgang
Franz Prisching (Christlichsoziale Vereinigung)63,4 Prozent
Julius Hilari (Sozialdemokratie)36,6 Prozent
Wahlkreis 14 Liezen (ländlich)
1. Wahlgang
Ferdinand von Pantz (Christlichsoziale Vereinigung)52 Prozent
Größwang (Bauernbündler)25,1 Prozent
Michael Schacherl (Sozialdemokratie)22,9 Prozent
Wahlkreis 15 Murau (ländlich)
1. Wahlgang
Philipp Geisler (Christlichsoziale Vereinigung)50,3 Prozent
Michael Brandl (Bauernbündler)32,3 Prozent
Karl Pigl (Sozialdemokratie)17,4 Prozent
Wahlkreis 16 Weststeiermark (ländlich)
1. Wahlgang
Johann Tomaschitz (Christlichsoziale Vereinigung)61,9 Prozent
Josef Jodlbauer (Sozialdemokratie)21,7 Prozent
Kaspar Münzer (Bauernbündler)16,4 Prozent
Wahlkreis 17 Graz-Umgebung (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Huber (Christlichsoziale Vereinigung)69,8 Prozent
Erich Klusemann (Deutsche Agrarier)20,5 Prozent
Hans Haiden (Sozialdemokratie)9,7 Prozent
Wahlkreis 18 Deutschlandsberg, Eibiswald, Arnfels (ländlich)
1. Wahlgang
Alois Schweiger( Christlichsoziale Vereinigung)76,6 Prozent
Ludwig Pöltl (Sozialdemokratie)12 Prozent
Alois Hainz (Deutsche Agrarier)10,7 Prozent
Wahlkreis 19 Leibnitz (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Morsey (Christlichsoziale Vereinigung)59 Prozent
Maier (Christlichsoziale Vereinigung)19,2 Prozent
Kaspar Freiherr von Kellersperg (Deutsche Agrarier)19 Prozent
Anton Afritsch (Sozialdemokratie)2,8 Prozent
Wahlkreis 20 Fehring-Mureck (ländlich)
1. Wahlgang
Johann Krenn (Christlichsoziale Vereinigung)64 Prozent
Karl Stürgkh (Deutsche Agrarier)35,2 Prozent
Hans Haiden (Sozialdemokratie)0,8 Prozent
Wahlkreis 21 Fürstenfeld (städtisch)
1. Wahlgang
Franz Wagner (Christlichsoziale Vereinigung)84,6 Prozent
Adolf Czeite (Deutsche Agrarier)15,4 Prozent
Wahlkreis 22 Gleisdorf-Weiz (ländlich)
1. Wahlgang
Ferdinand Berger (Christlichsoziale Vereinigung)93,9 Prozent
Franz Reisinger (Deutsche Agrarier)3,5 Prozent
Wenzel Enders (Sozialdemokratie)1,8 Prozent
Wahlkreis 23 Hartberg (städtisch)
1. Wahlgang
Franz Hagenhofer (Christlichsoziale Vereinigung)94,6 Prozent
Josef Schwarz (Bauernbündler)5,4 Prozent
Wahlkreis 24 Marburg-Umgebung (ländlich)
1. Wahlgang
Ivan Roskar (Slowenisch-Klerikale)67,9 Prozent
Franz Senekowitsch (Stajerpartei)18,7 Prozent
Josef Murka (Slowenisch-Liberale)9,2 Prozent
Viktor Kukovec (Sozialdemokratie)4,2 Prozent
Wahlkreis 25 Marburg 2
1. Wahlgang
Franc Pisek (Slowenisch-Konservative)56,7 Prozent
Ludwig Kresnik (Stajerepartei)27,3 Prozent
Vinzenz Widmar (Sozialdemokratie)11 Prozent
Viktor Glaser (Slowenisch-Liberale)5 Prozent
Wahlkreis 26
1. Wahlgang
Friedrich Ploj (Slowenisch-Konservative)60 Prozent
Jakob Zabravec (Slowenisch-Liberale)24,1 Prozent
Josef Ornig (Stajerepartei)15,9 Prozent
Wahlkreis 27 Cilli (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Roblek (Slowenisch-Liberale)55,8 Prozent
Josef Bovalej (Slowenisch-Klerikale)35,9 Prozent
Vinzenz Widmar (Sozialdemokratie)8,3 Prozent
Wahlkreis 28 Rohitsch (ländlich)
1. Wahlgang
Anton Korosec (Slowenisch-Konservative)64,2 Prozent
Vinzenz Zurmann (Slowenisch-Liberale)25,3 Prozent
Andrej Drosenik (Stajerepartei)10,5 Prozent
Wahlkreis 29 Rann, Lichtenwald und Tüsser (ländlich)
1. Wahlgang
Ivo Benkovic (Slowenisch-Radikale Bauernpartei)48,7 Prozent
Ferdinand Ros (Slowenisch-Liberale)24 Prozent
Vinzenz Kobal (Sozialdemokratie)21,9 Prozent
Freiherr von Moscon (Deutsche Agrarier)5,4 Prozent
2. Wahlgang
Ivo Benkovic (Slowenisch-Radikale Bauernpartei)55,2 Prozent
Ferdinand Ros (Slowenisch-Liberale)44,8 Prozent
Wahlkreis 30 Mahrenberg-Schönstein (ländlich)
1. Wahlgang
Vinko Jezovnic (Slowenisch-Liberale)50,2 Prozent
Franz Robic (Slowenisch-Konservative)45,8 Prozent
Vinzenz Widmar (Sozialdemokratie)4 Prozent
Gesamtergebnis in der Steiermark
Christlichsoziale Vereinigung12 Mandate
Sozialdemokratie6 Mandate
Deutscher Nationalverband4 Mandate
Slowenischer Klub4 Mandate
Verband der Südslawen3 Mandate
Alldeutsche Gruppe1 Mandat

Wahlen 1911

Wahlkreis 1 Graz (Innere Stadt)
1. Wahlgang
Paul Hofmann von Wellenhof (Deutscher Nationalverband)37,9 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)29,5 Prozent
Reinhard Machold (Sozialdemokratie)27,3 Prozent
Franz Stärk (Alldeutsche Vereinigung)4 Prozent
2. Wahlgang
Paul Hofmann von Wellenhof (Deutscher Nationalverband)93,1 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)6,9 Prozent
Erste Wahl im Wahlkreis 2 Graz (St. Leonhard, Geidorf und Waltendorf)
1. Wahlgang
Heinrich Wastian (Deutscher Nationalverband)46,2 Prozent
Alois Ausobsky (Sozialdemokratie)27,7 Prozent
Karl Engelhofer (Christlichsoziale Vereinigung)21,7 Prozent
Friedrich Wanek (Alldeutsche)4,6 Prozent
2. Wahlgang
Heinrich Wastian (Deutscher Nationalverband)72,9 Prozent
Alois Ausobsky (Sozialdemokratie)27,1 Prozent

Da Heinrich Wastian das Mandat nicht annahm, kam es zu einer Wiederholung der Wahl.

Zweite Wahl im Wahlkreis 2 Graz (St. Leonhard, Geidorf und Waltendorf)
1. Wahlgang
Franz Held (Deutscher Nationalverband)60,3 Prozent
Alois Ausobsky (Sozialdemokratie)34,6 Prozent
Weidenhoffer3,7 Prozent
Tschickl (Freisinnig)2,6 Prozent
Gargitter1,2 Prozent
Wahlkreis 3 Graz (Gries und Jakomini)
1. Wahlgang
Josef Pongratz (Sozialdemokratie)55,9 Prozent
Hans Habisch (Deutscher Nationalverband)23,5 Prozent
Karl Plechinger (Christlichsoziale Vereinigung)12,5 Prozent
Franz Oberegger (Deutsche Arbeiterpartei)5,6 Prozent
Friedrich Wanek (Alldeutsche Vereinigung)1,3 Prozent
Wahlkreis 4 Graz (Lend und Vororte westlich von Graz)
1. Wahlgang
Hans Resel (Sozialdemokratie)70,8 Prozent
Hans Burgstaller (Deutscher Nationalverband)16,3 Prozent
Christian Fischer (Christlichsoziale Vereinigung)12,7 Prozent
Wanek (Alldeutsche Vereinigung)0,2 Prozent
Wahlkreis 5 Bruck, Leoben, Mürzzuschlag (städtisch)
1. Wahlgang
Michael Schacherl (Sozialdemokratie)58,5 Prozent
Anton Werba (Einheitskandidat von Christlichsozialen und Deutschnationalen)41,5 Prozent
Wahlkreis 6 Eisenerz (städtisch)
1. Wahlgang
Vinzenz Muchitsch (Sozialdemokratie)84,5 Prozent
Friedrich Streicher (Christlichsoziale Vereinigung)15,5 Prozent

Wahlkreis 7 Judenburg-Knittelfeld (städtisch)

1. Wahlgang
Alexander Täubler (Sozialdemokratie)45,7 Prozent
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)26,8 Prozent
Größwang (Deutscher Nationalverband)22,3 Prozent
Heu (Deutsche Arbeiterpartei)5,2 Prozent
2. Wahlgang
Raimund Neunteufel (Christlichsoziale Vereinigung)52,7 Prozent
Alexander Täubler (Sozialdemokratie)47,3 Prozent
Wahlkreis 8 Hartberg (städtisch)
1. Wahlgang
August Einspinner (Deutscher Nationalverband)51,8 Prozent
Anton Weixelberger (Sozialdemokratie)24,9 Prozent
Kurz (Christlichsoziale Vereinigung)23,3 Prozent
Wahlkreis 9 Marburg (städtisch)
1. Wahlgang
Heinrich Wastian (Deutscher Nationalverband)52,9 Prozent
Hans Resel (Sozialdemokratie)38,2 Prozent
(Slowenischer Kandidat)7,2 Prozent
Friedrich Wanek (Alldeutscher)1,7 Prozent
Wahlkreis 10 Stainz, Eibiswald, Mureck (städtisch)
1. Wahlgang
Vinzenz Malik (Alldeutsche Vereinigung)40,9 Prozent
Franz Rauter (Deutscher Nationalverband)26 Prozent
Heinrich Mataja (Christlichsoziale Vereinigung)20,9 Prozent
Anton Ebner (Sozialdemokratie)12,2 Prozent
2. Wahlgang
Vinzenz Malik (Alldeutsche)61 Prozent
Franz Rauter (Deutscher Nationalverband)39 Prozent
Wahlkreis 11 Untersteiermark (städtisch)
1. Wahlgang
Richard Marckhl (Deutscher Nationalverband)60,4 Prozent
Ivan Rebek (Slowenisch-Liberale)21,3 Prozent
Albert Horvatek (Sozialdemokratie)17,9 Prozent
Schiefer (Alldeutsche Vereinigung)0,4 Prozent
Wahlkreis 12 Obersteiermark (ländlich)
1. Wahlgang
Michael Schoiswohl (Christlichsoziale Vereinigung)57,9 Prozent
Ludwig Beer (Sozialdemokratie)31,2 Prozent
Franz Hirsch (Deutsche Agrarier)10,9 Prozent
Wahlkreis 13 Bruck an der Mur (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Prisching (Christlichsoziale Vereinigung)50,8 Prozent
Rudolf Schlager (Sozialdemokratie)34,7 Prozent
Anton Kapper (Deutsche Agrarier)14,5 Prozent
Wahlkreis 14 Aussee-Liezen-Rottenmann (ländlich)
1. Wahlgang
Ferdinand von Pantz (Deutscher Nationalverband)56,9 Prozent
Johann Hammerstorfer (Sozialdemokratie)22,6 Prozent
Riemelmoser (Christlichsoziale Vereinigung)21,5 Prozent
Wahlkreis 15 Judenburg (ländlich)
1. Wahlgang
Philip Geißler (Christlich-Soziale)44,2 Prozent
Michael Brandl (Deutsche Agrarier)33,2 Prozent
Ludwig Pöltl (Sozialdemokratie)22,6 Prozent
2. Wahlgang
Michael Brandl (Deutscher Nationalverband)55,1 Prozent
Philip Geißler (Christlichsoziale Vereinigung)44,9 Prozent
Wahlkreis 16 Weststeiermark (ländlich)
1. Wahlgang
Johann Tomaschitz (Christlichsoziale Vereinigung)67,9 Prozent
Anton Ebner (Sozialdemokratie)24,1 Prozent
Karl Ebner (Deutsche Agrarier)6,9 Prozent
Wahlkreis 17 Graz-Umgebung (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Huber (Christlichsoziale Vereinigung)63,6 Prozent
Leopold Klampfl (Deutsche Agrarier)25,4 Prozent
Michael Kollegger (Sozialdemokratie)11 Prozent
Wahlkreis 18 Deutschlandsberg, Eibiswald, Arnfels (ländlich)
1. Wahlgang
Alois Schweiger (Christlichsoziale Vereinigung)79,1 Prozent
Ludwig Pöltl (Sozialdemokratie)14,9 Prozent
Franz Schmidt (Christlichsoziale Vereinigung)5,1 Prozent
Wahlkreis 19 Leibnitz, Wildon, Kirchbach (ländlich)
1. Wahlgang
Georg Mayer (Christlichsoziale Vereinigung)60,6 Prozent
von Seckendorff (Christlichsoziale Vereinigung)31,8 Prozent
Josef Leitner (Christlichsoziale Vereinigung)5,2 Prozent
Franz Lesiak (Sozialdemokratie)1,8 Prozent
Wahlkreis 20 Fehring, Mureck, Radkersburg (ländlich)
1. Wahlgang
Leopold Potzinger (Christlichsoziale Vereinigung)55,5 Prozent
Johann Krenn (Christlichsoziale Vereinigung)39,7 Prozent
Heinrich Stürgkh (Deutscher Nationalverband)3 Prozent
(Sozialdemokratie)1,1 Prozent
Wahlkreis 21 Fürstenfeld-Feldbach (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Wagner (Christlichsoziale Vereinigung)96,2 Prozent
Anton Weixelberger (Sozialdemokratie)2,3 Prozent
Wahlkreis 22 Gleisdorf-Weiz (ländlich)
1. Wahlgang
Ferdinand Berger (Christlichsoziale Vereinigung)91,6 Prozent
Karl Tösch (Deutsche Agrarier)5,9 Prozent
Enders (Sozialdemokratie)1,5 Prozent
Wahlkreis 23 Hartberg, Friedberg, Vorau, Pöllau (ländlich)
1. Wahlgang
Franz Hagenhofer (Christlichsoziale Vereinigung)77,8 Prozent
Heinrich Pokorny (Christlichsoziale Vereinigung)19,8 Prozent
Josef Supper (Sozialdemokratie)2,4 Prozent
Wahlkreis 24 Marburg Nord (ländlich)
1. Wahlgang
Ivan Roskar (Slowenisch-Klerikale)70,6 Prozent
Franz Girstmeier (Stajerepartei)27,8 Prozent
Franz Peterlinschek (Sozialdemokratie)0,6 Prozent
Wahlkreis 25 Marburg-Gonobitz
1. Wahlgang
Franc Pisek (Slowenisch-Klerikale)59,2 Prozent
Kreßnik (Stajerepartei)32,6 Prozent
Pleinin (Sozialdemokratie)8,2 Prozent
Wahlkreis 26 St. Lorenzen am Draufeld (ländlich)
1. Wahlgang
Michael Brencic (Slowenisch-Klerikale)47,3 Prozent
Ploj (Slowenisch-Liberale)40,5 Prozent
Ornig (Stajerepartei)12,3 Prozent
2. Wahlgang
Michael Brencic (Slowenisch-Klerikale)59 Prozent
Ploj (Slowenisch-Liberale)41 Prozent
Wahlkreis 27 Cilli (ländlich)
1. Wahlgang
Anton Korosec (Slowenisch-Klerikale)52,5 Prozent
Reblek (Slowenisch-Liberale)41,3 Prozent
Tofan (Sozialdemokratie)6,2 Prozent
Wahlkreis 29 Rann-Tüsser (ländlich)
1. Wahlgang
Ivo Benkovic (Slowenisch-Klerikale)50,7 Prozent
Vinzenz Kobal (Sozialdemokratie)26,1 Prozent
Kusovetz (Slowenisch-Liberale)23,2 Prozent
Wahlkreis 30 Mahrenberg (ländlich)
1. Wahlgang
Karel Verstovsek (Slowenisch-Klerikale)58,3 Prozent
Werdnig (Slowenisch-Liberale)37 Prozent
Gitter (Sozialdemokratie)4,7 Prozent
Gesamtergebnis in der Steiermark
Christlichsoziale Vereinigung10 Mandate
Deutscher Nationalverband8 Mandate
Kroatisch-slowenischer Klub7 Mandate
Sozialdemokratie4 Mandate
Alldeutsche Vereinigung1 Mandat

Wahlen nach 1918

Mit Beginn der Esten Republik erfolgte die Auswertung der Wahlergebnisse weitgehend so wie heute. Damals wurde das Verhältniswahlrecht beschlossen, welches mit leichten Abänderungen noch heute in Kraft ist. Die Darstellung der Ergebnisse veränderte sich daher nicht mehr. Ich empfehle die Erstellung eines Balkendiagramms. Dafür sollten die Farben der heute noch existierenden Parteien bzw. politischen Lager verwendet werden. Die Darstellung jener Parteien, die es nur in der Ersten Republik gab, kann beliebig erfolgen.


Wahlen 1919

Christlichsoziale Partei42,3 Prozent
Sozialdemokratische Arbeiterpartei36,9 Prozent
Deutschnationale Bewegung20,8 Prozent

Wahlen 1920

Christlichsoziale Partei43,3 Prozent
Sozialdemokratische Arbeiterpartei36,4 Prozent
Deutschnationale Bewegung19,5 Prozent
Kommunistische Partei0,8 Prozent

Wahlen 1923

Christlichsoziale Partei45,8 Prozent
Sozialdemokratische Arbeiterpartei34,7 Prozent
Großdeutsche Partei/Landbund19 Prozent
Kommunistische Partei0,5 Prozent

Wahlen 1927

Einheitsliste41,4 Prozent
Sozialdemokratische Arbeiterpartei36,4 Prozent
Landbund16,2 Prozent
Wirtschaftsverein für Österreich4,6 Prozent
Völkischsozialer Block1 Prozent
Kommunistische Partei0,4 Prozent

Wahlen 1930

Sozialdemokratische Arbeiterpartei34,4 Prozent
Christlichsoziale Partei32,5 Prozent
Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund16,5 Prozent
Heimatblock12,5 Prozent
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei3,6 Prozent
Kommunistische Partei0,5 Prozent

Wahlen 1945

Die Nationalratswahl fand gleichzeitig mit den Urnengängen auf Landes- und Gemeindeebene statt. Ehemalige Mitglieder der NSDAP besaßen kein Stimmrecht. Zur Wahl traten lediglich SPÖ, ÖVP und KPÖ an.

Österreichische Volkspartei52,9 Prozent
Sozialistische Partei41,7 Prozent
Kommunistische Partei5,4 Prozent

Wahlen 1949

Infolge des Amnestiegesetzes für ehemalige Nationalsozialisten kam es zur Gründung des Verbandes der Unabhängigen. Dieser trat 1949 als Wahlpartei der Unabhängigen erstmals bei Wahlen an. 1956 ging die Bewegung schließlich in der FPÖ auf.

Österreichische Volkspartei42,9 Prozent
Sozialistische Partei37,4 Prozent
Wahlpartei der Unabhängigen14,5 Prozent
Kommunistische Partei Österreichs und Linkssozialisten4,5 Prozent
Demokratische Union0,5 Prozent
Vierte Partei0,1 Prozent

Wahlen 1953

Die Kommunistische Partei trat unter der Bezeichnung Volksopposition zur Wahl an.

Sozialistische Partei41,1 Prozent
Österreichische Volkspartei40,7 Prozent
Wahlpartei der Unabhängigen13,5 Prozent
Volksopposition4,4 Prozent
Christlich-Soziale Partei0,2 Prozent
Überparteiliche Einigung der Mitte0,1 Prozent

Wahlen 1956

Österreichische Volkspartei45,6 Prozent
Sozialistische Partei44 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs6,9 Prozent
Kommunisten und Linkssozialisten3,5 Prozent

Wahlen 1959

Sozialistische Partei45,3 Prozent
Österreichische Volkspartei44,7 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs6,8 Prozent
Kommunisten und Linkssozialisten3,1 Prozent

Wahlen 1962

Österreichische Volkspartei46,5 Prozent
Sozialistische Partei43,3 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs6,8 Prozent
Kommunisten und Linkssozialisten3,4 Prozent

Wahlen 1966

Der ehemalige sozialdemokratische Spitzenfunktionär Franz Olah, welcher von 1959 bis 1963 ÖGB-Präsident und später kurzzeitig auch Innenminister war, gründete nach seinem Parteiausschluss die Demokratisch-Fortschrittliche Partei. Erstmals trat die neue Bewegung bei der Nationalratswahl 1966 an. Neben dieser Liste sowie ÖVP und SPÖ kandidierte in der Steiermark noch die unbedeutende Liberale Partei Österreichs. Die KPÖ gab eine Wahlempfehlung für die Sozialisten ab. Sie kandidierte nur in einem Wiener Wahlkreis.

Österreichische Volkspartei49,6 Prozent
Sozialistische Partei43,8 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs4,9 Prozent
Demokratisch-Fortschrittliche Partei1,6 Prozent
Liberale Partei Österreichs0,1 Prozent

Wahlen 1970

Die faschistische Nationaldemokratische Partei trat erstmals bei einer Nationalratswahl an.

Sozialistische Partei47,9 Prozent
Österreichische Volkspartei45,6 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs5 Prozent
Kommunistische Partei1,2 Prozent
Demokratisch-Fortschrittliche Partei0,2 Prozent
Nationaldemokratische Partei0,1 Prozent

Wahlen 1971

Sozialistische Partei49 Prozent
Österreichische Volkspartei44,5 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs4,9 Prozent
Kommunistische Partei1,6 Prozent

Wahlen 1975

Sozialistische Partei50,3 Prozent
Österreichische Volkspartei43,9 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs4,6 Prozent
Kommunistische Partei1,2 Prozent

Wahlen 1979

Sozialistische Partei51,4 Prozent
Österreichische Volkspartei41,4 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs6,1 Prozent
Kommunistische Partei1,1 Prozent

Wahlen 1983

Die Grüne Bewegung trat erstmals zu einer Nationalratswahl an. Sie kandidierte jedoch nicht vereint, sondern mit zwei Listen. Dabei handelte es sich um die progressive Alternative Liste Österreichs und die konservativen Vereinigten Grünen Österreichs. Die Spaltung der Bewegung wurde konnte erst im Vorfeld der nächsten Wahl überwunden werden. Neben den Grünen trat noch die unbedeutende Österreich-Partei an.

Sozialistische Partei49,5 Prozent
Österreichische Volkspartei42,3 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs4 Prozent
Alternative Liste Österreichs1,8 Prozent
Vereinigte Grüne Österreichs1,5 Prozent
Kommunistische Partei0,8 Prozent
Österreich-Partei0,2 Prozent

Wahlen 1986

Sozialistische Partei44,1 Prozent
Österreichische Volkspartei41 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs9,9 Prozent
Die Grüne Alternative4,1 Prozent
Kommunistische Partei0,9 Prozent

Wahlen 1990

Vor der Wahl kam es erneut zu einem Bruch innerhalb der Grünen Bewegung. Dabei spielten wieder ideologische Differenzen zwischen Progressiven und Konservativen eine wichtige Rolle. Zusätzlich trat steiermarkweit erstmals der Verband der Sozialversicherten an.

Sozialistische Partei43,4 Prozent
Österreichische Volkspartei33,2 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs16,8 Prozent
Die Grüne Alternative3,9 Prozent
Vereinigte Grüne Österreichs1,1 Prozent
Verband der Sozialversicherten0,9 Prozent
Kommunistische Partei0,7 Prozent

Wahlen 1994

Infolge einer Parteispaltung welche durch den rechten Kurs Jörg Haiders ausgelöst wurde, entstand das Liberale Forum, welches erstmals zu einer Nationalratswahl antrat. Neben den beiden bestehenden Grünen Listen kandidierten nun außerdem auch die Bürgerlichen Grünen Österreichs. Die Kommunistische Partei sowie NEIN komplettierten in der Steiermark den umfangreichen Stimmzettel.

Sozialdemokratische36,6 Prozent
Österreichische Volkspartei27,5 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs23,4 Prozent
Die Grünen6,2 Prozent
Liberales Forum4,9 Prozent
NEIN0,8 Prozent
Kommunistische Partei0,4 Prozent
Vereinigte Grüne Österreichs0,1 Prozent
Bürgerliche Grüne Österreichs0,1 Prozent

Wahlen 1995

Sozialdemokratische Partei39,7 Prozent
Österreichische Volkspartei29,5 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs21,2 Prozent
Liberales Forum4,2 Prozent
Die Grünen4 Prozent
NEIN1 Prozent
Kommunistische Partei0,4 Prozent

Wahlen 1999

Richard Lugners Partei Die Unabhängigen trat erstmals bei einer Nationalratswahl an.

Sozialdemokratische Partei33,8 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs29,2 Prozent
Österreichische Volkspartei26,8 Prozent
Die Grünen5,8 Prozent
Liberales Forum2,6 Prozent
Die Unabhängigen0,7 Prozent
Kommunistische Partei0,6 Prozent
NEIN0,4 Prozent

Wahlen 2002

Österreichische Volkspartei44,5 Prozent
Sozialdemokratische Partei37 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs9,6 Prozent
Die Grünen7 Prozent
Liberales Forum1 Prozent
Kommunistische Partei0,9 Prozent

Wahlen 2006

Bedingt durch eine Spaltung trat neben der FPÖ das Bündnis Zukunft Österreichs als Partei des dritten Lagers an. Zusätzlich kandidierte die Bürgerbewegung Liste Dr. Martin.

Österreichische Volkspartei37,4 Prozent
Sozialdemokratische Partei37,2 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs10,4 Prozent
Die Grünen7,9 Prozent
Bündnis Zukunft Österreichs3,2 Prozent
Liste Dr. Martin1,9 Prozent
Kommunistische Partei1,9 Prozent

Wahlen 2008

Das Liberale Forum trat 2008 letztmals zu einer Nationalratswahl an. Daneben kandidierte auch die Liste FRITZ des Tiroler Arbeiterkammerpräsidenten Fritz Dinkhauser, welcher aus der ÖVP ausgetreten war. Den Stimmzettel in der Steiermark komplettierten die Kommunistische Partei, Die Christen sowie die Unabhängige Bürgerinitiative Rettet Österreich.

Sozialdemokratische Partei29,3 Prozent
Österreichische Volkspartei26,2 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs17,3 Prozent
Bündnis Zukunft Österreichs13,2 Prozent
Die Grünen8,5 Prozent
Liberales Forum1,6 Prozent
Bürgerforum Österreich Liste Fritz Dinkhauser1,4 Prozent
Kommunistische Partei1,2 Prozent
Unabhängige Bürgerinitiative Rettet Österreich0,7 Prozent
Die Christen0,6 Prozent

Wahlen 2013

Die Liste FRANK des austro-kanadischen Milliardärs Frank Stronach trat zum einzigen Mal bei einer Nationalratswahl an. Daneben kandidierten die NEOS sowie die Piratenpartei erstmals.

Freiheitliche Partei Österreichs24 Prozent
Sozialdemokratische Partei23,8 Prozent
Österreichische Volkspartei20,9 Prozent
Die Grünen10,6 Prozent
Team Stronach10 Prozent
Bündnis Zukunft Österreichs3,9 Prozent
NEOS3,9 Prozent
Kommunistische Partei1,8 Prozent
Piratenpartei0,8 Prozent
Christliche Partei Österreichs0,1 Prozent

Wahlen 2017

Die Liste Pilz trat als Abspaltung der Grünen zur Wahl an. Daneben kandidierten noch die rechte Splittergruppe Freie Liste Österreichs, die Liste GILT des Kabarettisten Roland Düringer sowie die Weissen erstmals.

Österreichische Volkspartei31,5 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs29,3 Prozent
Sozialdemokratische Partei25,1 Prozent
NEOS5 Prozent
PILZ3,9 Prozent
Die Grünen2,8 Prozent
Kommunistische Partei1,1 Prozent
Liste Roland Düringer – Meine Stimme GILT0,8 Prozent
Freie Liste Österreichs0,2 Prozent
Die Weissen0,1 Prozent

Wahlen 2019

Die linksliberale Partei Wandel trat erstmals bei einer Nationalratswahl an. Nach einigen Querelen rund um den Parteigründer kandidierte die Liste Pilz in diesem Jahr unter der Bezeichnung JETZT.

Österreichische Volkspartei38,8 Prozent
Sozialdemokratische Partei19,2 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs18,5 Prozent
Die Grünen13 Prozent
NEOS7,1 Prozent
JETZT1,7 Prozent
Kommunistische Partei1,3 Prozent
Wandel0,4 Prozent

Europawahlen

Seit 1979 können die Bürger der EU-Mitgliedsstaaten ihre politische Vertretung auf europäischer Ebene alle fünf Jahre direkt wählen. In Österreich fand die erste Europawahl 1996 statt. Wie üblich werden die Mandate proportional vergeben.

EU-Wahlen 1996

Neben den damals im Parlament vertretenen Parteien und der KPÖ kandidierten noch zwei kleine Listen. Dabei handelte es sich um das Forum Handicap, eine auf Behindertenrechte spezialisierte Bewegung und die Neutralen, welche der EU ablehnend gegenüberstanden.

Österreichische Volkspartei30,4 Prozent
Sozialdemokratische Partei29,2 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs28,8 Prozent
Die Grünen5,8 Prozent
Liberales Forum3,2 Prozent
Die Neutralen1,1 Prozent
Forum Handicap1 Prozent
Kommunistische Partei0,5 Prozent

EU-Wahlen 1999

Die Christlich Soziale Allianz trat erst- und letztmals bei einer Wahl zum Europäischen Parlament an.

Sozialdemokratische Partei32,3 Prozent
Österreichische Volkspartei30,1 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs25 Prozent
Die Grünen7,9 Prozent
Liberales Forum2,1 Prozent
Christlich Soziale Allianz1,7 Prozent
Kommunistische Partei0,9 Prozent

EU-Wahlen 2004

Nachdem der Europaabgeordnete und sozialdemokratische Spitzenkandidat des Jahres 1999 Hans Peter-Martin die SPÖ verlassen hatte, kandidierte er mit einer eigenen Liste. Die KPÖ trat unter dem Namen Opposition für ein solidarisches Europa an.

Sozialdemokratische Partei35,7 Prozent
Österreichische Volkspartei34,8 Prozent
Liste Dr. Martin12 Prozent
Die Grünen10,2 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs6,6 Prozent
Opposition für ein solidarisches Europa0,7 Prozent

EU-Wahlen 2009

Das Bündnis Zukunft Österreichs trat erstmals bei einer Europawahl an. Daneben kandierten noch die Jungen Liberalen, eine Vorläuferbewegung der NEOS.

Österreichische Volkspartei30,9 Prozent
Sozialdemokratische Partei24,1 Prozent
Liste Dr. Martin17,1 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs12,4 Prozent
Die Grünen8,8 Prozent
Bündnis Zukunft Österreichs5,2 Prozent
Kommunistische Partei0,8 Prozent
Junge Liberale0,7 Prozent

EU-Wahlen 2014

Die NEOS kandidierten erstmals bei einer Wahl zum Europäischen Parlament. Außerdem traten noch die Reformkonservativen, die antieuropäische Liste EU-Stop sowie das aus KPÖ, Piratenpartei und Wandel bestehende Bündnis Europa anders an.

Österreichische Volkspartei25,3 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs24,2 Prozent
Sozialdemokratische Partei22,8 Prozent
Die Grünen13,1 Prozent
NEOS8,7 Prozent
EU-Stop2,3 Prozent
Europa anders2,1 Prozent
Die Reformkonservativen1 Prozent
Bündnis Zukunft Österreichs0,5 Prozent

EU-Wahlen 2019

Die Bewegung von Peter Pilz trat unter der Bezeichnung Europa Jetzt zur Wahl an. Als KPÖ plus kandidierte die Kommunistische Partei.

Österreichische Volkspartei35,6 Prozent
Sozialdemokratische Partei21,4 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs19,7 Prozent
Die Grünen13,3 Prozent
NEOS7,8 Prozent
Kommunistische Partei1,1 Prozent
Europa Jetzt0,9 Prozent

Gemeinderatswahlen

Wahlen 2005

Österreichische Volkspartei43,4 Prozent
Sozialdemokratische Partei43,3 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs6 Prozent
Die Grünen2,3 Prozent
Kommunistische Partei0,7 Prozent
Bürgerlisten4,3 Prozent

Wahlen 2010

Österreichische Volkspartei46,8 Prozent
Sozialdemokratische Partei37,1 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs6,5 Prozent
Die Grünen2,1 Prozent
Kommunistische Partei1,1 Prozent
Bündnis Zukunft Österreichs0,6 Prozent
Bürgerlisten5,7 Prozent

Wahlen 2015

Österreichische Volkspartei42,7 Prozent
Sozialdemokratische Partei31,6 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs13,9 Prozent
Die Grünen3,3 Prozent
Kommunistische Partei1,5 Prozent
NEOS0,4 Prozent
Bürgerlisten6,6 Prozent

Wahlen 2005

Österreichische Volkspartei47,2 Prozent
Sozialdemokratische Partei31,9 Prozent
Freiheitliche Partei Österreichs8,2 Prozent
Die Grünen4,8 Prozent
Kommunistische Partei1,6 Prozent
NEOS0,6 Prozent
Bürgerlisten6,4 Prozent

Bundespräsidentenwahlen

Der Bundespräsidenten wurde in der Ersten Republik zunächst nicht vom Volk gewählt. Die demokratische Wahl wurde erst mit der Verfassungsreform 1929 eingeführt. In der Ersten Republik kam es aber durch die austrofaschistische Machtübernahme in der Praxis nicht mehr dazu. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernahm Karl Renner das Amt des Bundespräsidenten Ende Dezember 1945 noch nach Wahl von der aus Nationalrat und Bundesrat bestehenden Bundesversammlung. Da Renner vor dem Ende seiner Amtszeit starb, fand die erste Volkswahl des Bundespräsidenten im Mai 1951 statt.

Bundespräsidentenwahlen 1951

Erster Wahlgang
Heinrich Gleißner (ÖVP)38,1 Prozent
Theodor Körner (SPÖ)35,8 Prozent
Burghard Breitner (VdU)21,3 Prozent
Gottlieb Fiala (KPÖ)4,7 Prozent
Zweiter Wahlgang
Theodor Körner (SPÖ)50,1 Prozent
Heinrich Gleißner (ÖVP)49,9 Prozent

Wahlen 1957

Erster Wahlgang
Wolfgang Denk (ÖVP/FPÖ)51,3 Prozent
Adolf Schärf (SPÖ)48,7 Prozent

Wahlen 1963

Erster Wahlgang
Adolf Schärf (SPÖ)53,9 Prozent
Julius Raab (ÖVP)41,4 Prozent
Josef Kimmel (EFP)4,7 Prozent

Wahlen 1965

Adolf Schärf starb bereits zwei Jahre nach seiner Wiederwahl. Daher wurde ein vorgezogener Urnengang notwendig.

Erster Wahlgang
Franz Jonas (SPÖ)51,7 Prozent
Alfons Gorbach (ÖVP)48,3 Prozent

Wahlen 1971

Erster Wahlgang
Franz Jonas (SPÖ)51,9 Prozent
Kurt Waldheim (ÖVP)48,1 Prozent

Wahlen 1974

Da Franz Jonas etwas mehr als drei Jahre nach dem Antritt seiner zweiten Amtszeit starb, wurde eine vorgezogene Präsidentenwahl durchgeführt. Die SPÖ entschied sich erstmals dazu einen parteilosen Kandidaten aufzustellen. Dabei handelte es sich um Rudolf Kirchschläger.

Erster Wahlgang
Rudolf Kirchschläger51,5 Prozent
Alois Lugger (ÖVP)48,5 Prozent

Wahlen 1980

Die ÖVP entschied sich aufgrund von Kirchschlägers großer Popularität dazu, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Erster Wahlgang
Rudolf Kirchschläger80,7 Prozent
Willfried Gredler (FPÖ)16,9 Prozent
Norbert Burger (NDP)4,1 Prozent

Wahlen 1986

Erster Wahlgang
Kurt Waldheim (ÖVP)50,2 Prozent
Kurt Steyrer (SPÖ)43,8 Prozent
Freda Meissner-Blau (Grüne)4,7 Prozent
Otto Scrinzi (FPÖ)1,3 Prozent
Zweiter Wahlgang
Kurt Waldheim (ÖVP)54,3 Prozent
Kurt Steyrer (SPÖ)45,7 Prozent

Wahlen 1992

Aufgrund der Kontroversen um seine NS-Vergangenheit war Kurt Waldheim von Anfang an international isoliert. Nur wenige Länder wollten ihn zu einem Staatsbesuch empfangen. Auch aus diesen Gründen beschloss Waldheim nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.

Erster Wahlgang
Rudolf Streicher (SPÖ)41,7 Prozent
Thomas Klestil (ÖVP)35,7 Prozent
Heide Schmidt (FPÖ)17,5 Prozent
Robert Jungk (Grüne)5,1 Prozent
Zweiter Wahlgang
Thomas Klestil (ÖVP)55,6 Prozent
Rudolf Streicher (SPÖ)44,4 Prozent

Wahlen 1998

Da Thomas Klestil überaus beliebt war, entschied sich die Sozialdemokratie erstmals dazu keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Mit Gertraud Knoll trat ein Mitglied der SPÖ an, ohne vom Parteiapparat unterstützt zu werden.

Erster Wahlgang
Thomas Klestil (ÖVP)68,8 Prozent
Gertraud Knoll11,5 Prozent
Heide Schmidt (LIF)8,9 Prozent
Richard Lugner8,8 Prozent
Karl Nowak2 Prozent

Wahlen 2004

Erster Wahlgang
Heinz Fischer (SPÖ)51,1 Prozent
Benita Ferrero-Waldner (ÖVP)48,9 Prozent

Wahlen 2010

Da Heinz Fischer sehr hohe Beliebtheitswerte hatte, beschloss die ÖVP keinen Kandidaten aufzustellen.

Erster Wahlgang
Heinz Fischer (SPÖ)78,5 Prozent
Barbara Rosenkranz (FPÖ)15,6 Prozent
Rudolf Gehring (CPÖ)5,9 Prozent

Wahlen 2016

Erster Wahlgang
Norbert Hofer (FPÖ)38,9 Prozent
Irmgard Griss21,8 Prozent
Alexander van der Bellen (Grüne)17,3 Prozent
Rudolf Hundstorfer (SPÖ)10,3 Prozent
Andreas Khol (ÖVP)9,7 Prozent
Richard Lugner2,1 Prozent
Zweiter Wahlgang
Norbert Hofer (FPÖ)56,2 Prozent
Alexander van der Bellen (Grüne)43,8 Prozent

Aufgrund einiger Formalfehler bei der Auszählung von Wahlkarten kam es zur Anfechtung des Ergebnisses durch Norbert Hofer und die FPÖ. Letztendlich entschied der Verfassungsgerichtshof zu seinen Gunsten. Daher musste die Stichwahl wiederholt werden.

Wahlwiederholung
Norbert Hofer (FPÖ)52,7 Prozent
Alexander van der Bellen (Grüne)47,3 Prozent

Volksabstimmungen

Die direkte Demokratie ist in Österreich verglichen mit anderen Staaten nicht besonders stark ausgeprägt. Daher gab es in der Geschichte der Zweiten Republik bisher auch nur drei Volksabstimmungen.

Zwentendorf

1978 stimmte die Bevölkerung über die Inbetriebnahme des bereits fertig gebauten Nuklearreaktors Zwentendorf ab. Dabei wurde folgende Frage gestellt „Soll der Gesetzesbeschluß des Nationalrates vom 7. Juli 1978 über die friedliche Nutzung der Kernenergie in Österreich (Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf) Gesetzeskraft erlangen?“

Ja52,8 Prozent
Nein47,2 Prozent

Europäische Union

1994 entschied die Bevölkerung über den Beitritt zur Europäischen Union. Lediglich FPÖ und Grüne empfahlen mit Nein zu stimmen. Der Bevölkerung wurde folgende Frage gestellt „Soll der Gesetzesbeschluss des Nationalrates vom 5. Mai 1994 über das Bundesverfassungsgesetz über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union Gesetzeskraft erlangen?“

Ja68,9 Prozent
Nein31,1 Prozent

Wehrpflicht

2013 wurde die Bevölkerung über die Abschaffung der Wehrpflicht befragt. Die Abstimmung war rechtlich nicht bindend. Jedoch erklärte die aus SPÖ und ÖVP bestehende Koalition damals, das Ergebnis umsetzen zu wollen. Die Bevölkerung konnte zwischen zwei Optionen wählen. Diese lauteten „Sind Sie für die Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres?“ und „Sind Sie für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes?“

Für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht65,8 Prozent
Für die Einführung eines Berufsheeres34,2 Prozent